florianbeutel

Videoredakteur
 
 

Wie eine Ente auf dem Wasser

 Paddeln als Freizeitsport

Das unsere Ur-Vorfahren einst vor Millionen von Jahren fidel wie ein Goldfisch im Wasserglas umherschwammen ist kein Geheimnis. Auch heute noch führt der Mensch in den ersten Lebensmonaten im Fruchtwasser das Leben eines Fisches. So gesehen scheint sich der Gang an Land als ein posttraumatischer Einschnitt im Stammhirn festgebrannt zu haben. Wie sonst ist es zu erklären, dass es den Homo sapiens Zeit seiner Existenz immer wieder in die Nähe des feuchten Elements zieht? Noch nicht einmal die Tatsache, dass die Evolution den Menschen nicht mit Schwimmflossen bedacht hat, hindert ihn daran sich zu allem Überfluss immer wieder in, beziehungsweise viel häufiger noch auf die Fluten zu begeben. Da es ihm jedoch an einem wärmenden Federkleid und besonderen Auftriebsfähigkeiten mangelt, ersann er sich, klug wie er nun mal ist, diverse Hilfsmittel.

Und wider aller Innovationen hat sich dabei so manches Fortbewegungsmittel bis heute als zweckmäßig erwiesen. In diese Kategorie lässt sich zweifellos auch das Kanu einordnen -  reisen auf dem Wasser in eine seiner ursprünglichsten Formen. Seinen genauen Ursprung datiert man auf etwa 4000 Jahre v. Chr., wobei nicht, wie man vermuten mag, das Einbaum, sondern die Fellboote der Eskimos und die Rindenboote der Indianer Nordamerikas als direkte Vorfahren der heutigen Kanusportboote gelten. Genau genommen stellt Kanu zumindest hierzulande einen Oberbegriff für Wassersportgeräte dar, die mit Paddeln bewegt werden, eine der Natur nachgeahmte Fortbewegungsart. Wesentlicher Unterschied zum Rudern: die Paddel werden frei am Boot geführt und der Kanute bewegt sich in Blickrichtung. Die Liste der verschiedenen Bootstypen ist gerade im Wettkampfbereich lang, grundsätzlich jedoch unterscheidet man zwischen dem Kajak, welches sitzend mit einem Doppelpaddel fortbewegt wird und dem Kanadier, im englischsprachigen Raum wiederum häufig als Kanu bezeichnet. Beim Kanadier oder auch Canadier gehört das Stechpaddel zum Handwerkszeug, wobei der Kanute im Wettkampf meistens kniet.

Die fehlende Hebelwirkung des Paddelvorgangs bringt es mit sich, dass man in einem Kanu bedeutend langsamer vorankommt als in einem Ruderboot. Doch diesen kleinen Nachteil macht es mit seiner größeren Wendigkeit spielend wett. Darüber hinaus ist die Technik des Paddelns auch für blutige Anfänger recht zügig und ohne viel Vorkenntnisse zu erlernen, weshalb sich das Kanu vor allem als ein beliebtes Freizeitvergnügen etabliert hat. Besonders empfehlenswert: ausgedehnte Wandertouren, denn durch die bereits erwähnte Wendigkeit sowie dem ausreichend vorhandenen Stauraum ist das Kanu hierfür bestens prädestiniert. Leihmöglichkeiten gibt es für gewöhnlich in nahezu jedem größeren Ort. Na dann, worauf wartet ihr noch? Besinnt euch eurer evolutionären Wurzeln!

Florian Beutel


25.6.09 02:45

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